Identifiant d’unité IBUBd8ZtAaYRx0ZDgwpQLsXTd6c




    substantive_masc
    de
    Diagnostik; Heilkunde

    Noun.sg.stc
    N.m:sg:stc


    substantive_masc
    de
    offene Wunde

    (unspecified)
    N.m:sg


    nisbe_adjective_preposition
    de
    von [Genitiv]

    Adj.sgm
    PREP-adjz:m.sg


    substantive_fem
    de
    Klaff (einer Wunde)

    (unspecified)
    N.f:sg


    preposition
    de
    in

    (unspecified)
    PREP


    substantive_masc
    de
    Kopf

    Noun.sg.stpr.3sgm
    N.m:sg:stpr


    personal_pronoun
    de
    [Suffix Pron. sg.3.m.]

    (unspecified)
    -3sg.m


    verb_3-lit
    de
    heranreichen

    Partcp.act.ngem.sgm
    V\ptcp.act.m.sg


    preposition
    de
    [in Richtung auf (e. Ort, e. Sache, e. Person)]

    (unspecified)
    PREP


    substantive_masc
    de
    Knochen

    (unspecified)
    N.m:sg


    verb_3-lit
    de
    durchstoßen

    Partcp.pass.ngem.sgm
    V\ptcp.pass.m.sg


    substantive_fem
    de
    Schädel

    Noun.sg.stpr.3sgm
    N.f:sg:stpr


    personal_pronoun
    de
    [Suffix Pron. sg.3.m.]

    (unspecified)
    -3sg.m
de
(Titel:) [Erfahrungswissen über eine] klaffende [Wun]de an seinem Kopf, die bis zum Knochen reicht – sein [(Hirn-)Schädel ist] durchbohrt/durchstoßen.
Auteur(s): Peter Dils; avec des contributions de: AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, Lutz Popko (Fichier texte créé: avant juin 2015 (1992-2015), dernières modifications: 19.08.2025)

Commentaires
  • - thm: Es gibt drei oder vier Interpretationen zur grammatischen Konstruktion. Breasted übersetzt mit einem Partizip Aktiv Präsens, attributiv verwendet zu wbn (auch Brawanski, Sanchez/Meltzer, Edwin Smith Papyrus, 47, mit grammatischer Bestimmung). Andere Übersetzungen gehen von einem Partizip Aktiv Perfekt statt eines Präsens aus, ebenfalls attributiv verwendet (Ebbell, Allen). Allerdings ist es nicht die Wunde, die die knöcherne Gehirnschale durchbohrt bzw. durchbohrt hat, sondern die Wunde ist eine Folge des Schlages, der die Gehirnschale durchbohrt hat. Deshalb wird thm eher ein sḏm=f Passiv sein (vgl. Westendorf, Grammatik, 184, § 254.a für pšn: Beschreibung von Krankheitszuständen, als Untersuchungsbefund; vgl. für thm 184-185, Anm. 6 zu § 254.e) oder ein Partizip Passiv in einem Adjektivalsatz (vgl. Schenkel, Tübinger Einführung, 2012, 305 für pšn ḏnn.t=f mit pšn als Partizip Aktiv bzw. Passiv [Auflage 2005, 291]). Ähnliche Interpretationsunterschiede gibt es für die parallel auftretenden Verben pšn: "spalten" und sD: "zerschmettern".
    - thm: In pEdwin Smith werden drei Arten von Knochenverletzungen beschrieben: thm, pšn und sḏ. Das Verb thm hat unterschiedliche Bedeutungen (Wb. V, 321-322; Hannig, HWB, 1009: "durchstoßen, durchlöchern; stoßen; erlegen; drängen; löchern; klopfen"), aber wird teilweise mit einem kleinen runden Kreis determiniert, der für ein Loch steht. Die Bedeutung "durchbohren, durchstoßen, durchlöchern" passt in den verschiedenen medizinischen Fällen (Breasted, Surgical Papyrus, 125-126: "perforate"; Wb. V, 321.6: "durchstossen sein"; MedWb II, 959: "durchlöchert sein (von Knochen)"). Das Ergebnis ist ein Lochbruch, der durch einen spitzen Gegenstand mit kleiner Aufprallfläche (Werkzeug, Waffe) verursacht wird (Brawanski, in: SAK 29, 2001, 14, Abb 1). Laut Brawanski, in: SAK 29, 2001, 15 (gefolgt von Sanchez/Meltzer, Edwin Smith Papyrus, 48, Anm. 26) ist eine thm-Verletzung durch einen sḏ-Schlag vermutlich eine Untergruppe und eine kleinere Verletzung ("clean punched out bone fracture") der sḏ-Verletzungen ("an open comminuted fracture") (das könnte aus Glosse A von Fall 3 herauszulesen sein). Allen, Art of Medicine, 73 übersetzt thm mit "to violate" und verwendet damit eine weniger präzise Bedeutung. Ebbell, Alt-ägyptische Chirurgie, 14 lehnt die Bedeutungen "perforate" bzw. "Loch" (für das zugehörige Substantiv) ab, denn seiner Meinung nach ist die allgemeine Bedeutung von thm "betreten, hineingehen, hineindringen". Und die Bedeutung "eindringen" bzw. "Eindruck" würde laut Ebbell überall in pEdwin Smith gut passen. Er verweist insbesondere auf Fall 3, der in der Reihenfolge zwischen der Wunde mit unversehrtem Schädel (Fall 2) und der mit gespaltenen Schädel (Fall 4) steht. Seiner Meinung nach müsste in Fall 3 deshalb eine Hiebwunde gemeint sein, die zwar mehr oder weniger tief in den Schädelknochen eindringen kann, aber keine Spaltung oder Fraktur bewirkt, d.h. einen "Eindruck" hinterlässt. Ebbel vergleicht mit dem griechischen medizinischen Begriff ἓδρα bei Hippokrates: "das verbleibende Mal oder die Knochenwunde, welche entsteht, wenn eine Waffe ein Stück in einen Knöchel hineindringt".

    Auteur du commentaire: Peter Dils (Fichier de données créé: 01.09.2016, dernière révision: 28.11.2016)

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(Citation complète)
Peter Dils, avec des contributions de AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, Lutz Popko, Identifiant d’unité IBUBd8ZtAaYRx0ZDgwpQLsXTd6c <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/IBUBd8ZtAaYRx0ZDgwpQLsXTd6c>, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)
(Citation abrégée)
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