gs-dp.t(Identifiant de lemme 168470)
graphie hiéroglyphique: 𓐝𓏤𓂧𓊪𓏏𓊛
Identifiant permanent:
168470
URL permanente:
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/168470
Liste de lemmes: Hiéroglyphique / hiératique
Catégorie lexicale: nom commun (masc.)
Traduction
Attestation dans le corpus de textes du TLA
16
Période d’attestation dans le corpus de textes du TLA:
de
1818
av. n. è.
à
161
n. è.
graphies dans le corpus de textes du TLA:
-
Wb 5, 200.14-18
-
Van der Molen, Dictionary of Coffin Texts, 695
- Wilson, Ptol. Lexikon, 1111
Références externes
Commentaires
Citer en tant que:
(Citation complète)"gs-dp.t" (Identifiant de lemme 168470) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/168470>, édité par AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, avec des contributions de Simon D. Schweitzer, Annik Wüthrich, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/168470, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)
gs-dp.t: Die Bedeutung des Begriffes und seinen Unterschied zu anderen Ausdrücken des Schutzes zu fassen ist schwierig, zumal er nicht sehr häufig vorkommt. Der Titel zẖꜣ.w gs-dp.t wird mitunter verstanden als „Schreiber der Bootsseite“ unter der Annahme, es läge der Begriff gs: „Seite (einer Mannschaft)“ vor, vgl. die Literatur bei Fischer, in: GM 126, 1992, 59. Die alternative Deutung als „Schreiber der Bordwachen“ (Lit.: Fischer, a.a.O.) basiert sicherlich auf der Passage bei Herchuf (s. unten). Gegen die erste Bedeutung hat Wilson, in: AJA 74 (2), 1970, 209-210 zu Recht argumentiert, dass die Unterteilung und Organisation einer Schiffsmannschaft (Wilson konkret: Ruderer) nach Schiffsseiten „hardly credible“ sei. (Für eine funktionierende Navigation müssen natürlich beide Seiten eines Schiffes koordiniert vorgehen; und ägyptische Schiffe waren nicht so groß, dass eine Verdopplung allein etwa aus Gründen einer besseren Kommunikation nötig gewesen wäre.) Als Grund, warum die „Schiffsseite“ zu einem Wort für „Schutz“ werden konnte, schlägt Wilson die Ableitung von rituellen Spielen vor, in denen die Rudermannschaften den Auftrag hätten, Feinde von den göttlichen Booten fernzuhalten; ein „Schreiber der Bordseite“ hätte dann vielleicht die Aufgabe gehabt, „to register and record the services of those nobles who were honored to row in the divine boat and to repel the enemies of the deity“. Eine noch viel simplere Erklärung bietet FECT II, 307, Anm. 8 zu CT, Spruch 783: „the meaning ‚protection‘ derives from the notion of the ship’s side as a bulwark against danger“. Notierenswert ist diesbezüglich auch die Altreichsbiographie des Herchuf, die auch von denen, die den Begriff gs-dp.t diskutieren (so auch Fischer, a.a.O. und Wilson, a.a.O.) herangezogen wird. In dieser Biographie findet sich der Brief des Königs Pepi zitiert, in dem Herchuf angewiesen wird, einen „Zwerg“ (also vielleicht Pygmäen), den er aus Nubien mitbringt, während der Schiffsreise zur Residenz gut zu bewachen: jri̯ rmṯ.w [j]qr.w wnn.w ḥꜣ=f ḥr gs.wj dp.t zꜣu̯.w ḫr=f m mw: „Lass fähige Leute um ihn herum sein zu beiden Seiten des Schiffes! Verhüte, dass er ins Wasser fällt!“ (Urk. I, 130.7-9, neueste Bearbeitung bei Stauder-Porchet, in: ZÄS 147 (1), 2020, 80). Diese Stelle war vom Wb-Team anfangs sogar als weiterer Beleg für gs-dp.t: „Schutz“ abgelegt worden: Darauf bezieht sich der einmalige AR-Beleg, zudem in dualischer Schreibung, auf dem Schreibungszettel DZA 30.708.510 (vgl. DZA 30.708.540 und DZA 30.708.550), die allerdings nachträglich gestrichen wurde. Von dieser singulären Stelle ausgehend, könnte man die Hypothese aufstellen, dass der gs-dp.t-Schutz nach innen gerichtet war, dass er also nicht primär der Abwehr äußerer Gefahren diente, sondern dazu, den zu Schützenden vor den Folgen eigener, potenziell Gefahr bringender Handlungen zu bewahren. Allerdings zeigen schon die CT-Belege, allen voran der oben erwähnte Spruch 783, dass dort gs-dp.t auch der Abwehr äußerer Feinde diente.
Literatur:
– R.O. Faulkner, The Ancient Egyptian Coffin Texts. Vol. II. Spells 355-787 (Warminster 1977).
– H.G. Fischer, Boats in Non-Nautical Titles of the Old Kingdom, in: Göttinger Miszellen 126, 1992, 59-78.
– J. Stauder-Porchet, Harkhuf’s Autobiographical Inscriptions. A Study in Old Kingdom Monumental Rhetoric. Part I. Texts, Genres, Forms, in: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde 147 (1), 2020, 57-91.
– J.A. Wilson, Rez. zu: Dendera in the Third Millennium B. C. Down to the Theban Domination of Upper Egypt . By Henry G. Fischer, in: American Journal of Archaeology 74 (2), 1970, 209-210.
L. Popko, 11. Mai 2023.
Auteur du commentaire: AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, SAW (Fichier de données créé: 28.06.2022, dernière révision: 11.05.2023)