ḥfꜣ.t(Identifiant de lemme 104370)
graphie hiéroglyphique: 𓆙
Identifiant permanent:
104370
URL permanente:
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/104370
Liste de lemmes: Hiéroglyphique / hiératique
Catégorie lexicale: nom commun (fém.)
Traduction
Attestation dans le corpus de textes du TLA
40
Période d’attestation dans le corpus de textes du TLA:
de
1945
av. n. è.
à
116
av. n. è.
graphies dans le corpus de textes du TLA:
Références externes
Commentaires
Citer en tant que:
(Citation complète)"ḥfꜣ.t" (Identifiant de lemme 104370) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/104370>, édité par AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, avec des contributions de Simon D. Schweitzer, Annik Wüthrich, Amr El Hawary, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/104370, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)
ḥfꜣ.t: Meist, aber wohl fälschlich, mit dem Spulwurm identifiziert. Sowohl Joachim, Papyros Ebers, XVII-XVIII, als auch Ebbell, Alt-ägyptische Krankheiten, 34, identifizieren ḥfꜣ.t mit Ascaris lumbricoides; und wohl über Ebbells Übersetzung des Papyrus Ebers (Ebbell, Papyrus Ebers, 130) dürfte diese Identifikation in medizinhistorische Arbeiten eingegangen sein. Die Argumente sind allerdings kaum ausreichend: Joachim verweist dazu auf pEbers 66,1 (= Rezept Eb 461), wo ein „schwarzer ḥfꜣ.t-Wurm“ gegen Ergrauen eingesetzt werden soll, und diese Farbcharakterisierung würde nicht zum Bandwurm, dafür aber zu Ascaris lumbricoides passen – obwohl dieser eher rosafarben bis weiß ist. Ebbell führt dagegen als Argument an, dass mit diesem Wort ḥfꜣ.t (korrekter wäre eigentlich: das maskuline Gegenstück ḥfꜣ.w) auch Schlangen bezeichnet würden und ḥfꜣ.t daher wohl generell einen rundlichen Wurm bezeichnet. Und da Ascaris lumbricoides in Ägypten „sehr verbreitet ist, und da derselbe oft mit dem Stuhlgang abgeht, groß und deshalb leicht erkennbar ist, muß man ohne Zweifel an denselben denken“. Germer, Arzneimittelpflanzen, 56-57 und Germer, Handbuch, 30 denkt bei ḥfꜣ.t dagegen an den Bandwurm. Denn in vier Rezepten wird mnj.t n.t jnhm: „Wurzel des Granatapfelbaumes“ dagegen verschrieben. Die Rinde von Stamm und Wurzel enthält ein Alkaloid, das „ein sicheres Bandwurmmittel“ ist (Arzneimittelpflanzen, 57), das aber „keine anderen Wurmarten abtötet“ (Handbuch, 30). Deswegen geht sie davon aus, dass ḥfꜣ.t eben den Bandwurm bezeichnet. Pommerening, in: Guidotti/Rosati, XI International Congress of Egyptologists, 519-526 kommt in ihrer detaillierten Besprechung des Rezepts Eb 63 zu einem anderen Ergebnis: Germers Interpretation lehnt sie ab, weil sie voraussetzen würde, dass die Ägypter empirisches Wissen über die pharmakologische Überlegenheit der Granatapfelwurzel auf Bandwürmer gegenüber anderen Würmern gehabt haben müssten (S. 520). Durch Nachkochversuche des Rezeptes Eb 63, in dem Granatapfelwurzeln zerstoßen und in Bier stehengelassen werden sollen, stellt Pommerening fest, dass eher das Wirkprinzip „similia similibus curantur“ vorliegt, denn das Ergebnis sieht aus wie eine Ansammlung von Würmern im Stuhl (s. eindrücklich S. 525, Abb. 8A/B). Einer Eingrenzung auf eine spezifische Gattung oder Art steht sie skeptisch gegenüber; sie vermutet in ḥfꜣ.t eher „a general term for intestinal ‚winding‘ worms“ (S. 525), der auch Taenia einschließe, ohne auf diesen beschränkt zu sein. Zu Pommerenings Argumenten ist aber einschränkend anzumerken, dass in Eb 66 der ḥfꜣ.t-Wurm und der pnd-Wurm nebeneinander genannt sind, und da letzterer eine spezifische Wurmart zu bezeichnen scheint, ist es eigentlich naheliegend, dass auch ersterer eine spezifischere Bedeutung hat.
L. Popko, 06. November 2019.
Auteur du commentaire: AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, SAW (Fichier de données créé: 06.11.2019, dernière révision: 12.09.2022)