Horusstele Karlsruhe H 1049(Object ID VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA)


Persistent ID: VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA
Persistent URL: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA


Data type: Object


  • Finding place

    • (unbekannt)
      Comment on this place: Laut Quack 2018, 14 und 76, Anm. 158 „angeblich ... aus Unterägypten“, ohne zu erwähnen, woher diese Mutmaßung stammt. Zugunsten einer unterägyptischen Herkunft vermerkt Quack, dass eine paläographische Besonderheit, die hieroglyphische Form des Dochtes (V28), zumindest in der 19. Dynastie zu Unterägypten passen könnte (Quack, 2018, 20 mit Anm. 25; 76, Anm. 158). Ein textinhaltliches Argument, die Tatsache, dass Maga und Apophis in den Inschriften genannt werden, führt Quack zu der Spekulation, ob die Stele aus dem 11. unterägyptischen Gau stammen könnte, weil dort Maga und Apophis kombiniert werden (Quack 2018, 76, Anm. 158; vgl. S. 29 für das Toponym $Pr-Mgꜣ$).


Current location

  • Sammlung des Ägyptologischen Instituts der Universität Heidelberg
    Inventory no(s).:
    Is at this location: Yes
    Comment on this place:
    Leihgabe des Badischen Landesmuseums Karlsruhe

  • Badisches Landesmuseum
    Inventory no(s).: H 1049
    Comment on this place:
    Durch Vermittlung von Dr. Carl August Reinhardt (4.2.1856–25.11.1903) in Kairo für das Badische Landesmuseum erworben und am 5.7.1899 in Karlsruhe eingetroffen (Köpstein 1996, 38, Anm. 154; Quack 2018, 14 mit Anm. 7). Reinhardt war ausgebildeter Ägyptologe und in diplomatischem Dienst. Er erwarb während seiner Zeit als Dragoman am Generalkonsulat von Kairo (11.1.1894–2.5.1899) für die Museen in Berlin, Heidelberg, Karlsruhe, Straßburg, Leipzig und London sowie für sich selbst Antiquitäten (Köpstein, Das Abklatscharchiv beim Wörterbuch der ägyptischen Sprache. Teil 2 (Mitteilungen aus der Arbeit am Wörterbuch der ägyptischen Sprache 5), Berlin 1996, 36-47).

Comment on dating:

  • Hauptkriterium für die Datierung ist meistens die Objekttypologie, die jedoch umstritten ist. Zunächst wurde das Stück in die 22.–25. Dynastie datiert (Kákosy 1986, 104, ohne Begründung; Gutekunst 1995, 346, Anm. 162 mit Horusstele Avignon Nr. 58 als mögliches Vergleichsstück; zur Datierung der Horusstele Avignon Nr. 58 vor oder in die 26. Dynastie siehe Gutekunst 1995, 257 und 326; Sternberg-El Hotabi 1999, I, 93 mit Anm. 25 und II, 4), dann – mit Fragezeichen – in die Zeit 380–280 v. Chr. (Sternberg-El Hotabi 1999, I, 110: frühe Hochphase). Quack 2018, 18–24 gibt als Begründung für eine Frühdatierung dieses Objekttypus in die 20.–22. Dynastie, möglicherweise sogar in die 19.–22. Dynastie, folgende Argumente: (1) Die Seth-Hieroglyphe wurde nachträglich ausgemeißelt, was mit dem Verpönen des Seth in der mittleren oder späten 22. Dynastie (oder vielleicht sogar erst in der frühen 25. Dynastie) zusammenhängt. Das Stück muss also älter sein. (2) Der seitlich schreitende und mit Lendenschurz und Stierschwanz bekleidete Gott ist typisch für Sched und hat vor allem im Neuen Reich Parallelen, vielleicht noch in der 25. Dynastie. (3) Die Anordnung der antithetischen Krokodile über die volle Breite passt zu Beispielen aus der 19.–20. Dynastie. (4) Die Form mancher Hieroglyphen findet sich zumindest in der Zeit der 19.–22. Dynastie.


Bibliography

  • – J.F. Quack, Eine magische Stele aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe (Inv. H 1049) (Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Nr. 58), Heidelberg 2018 [*P,*F,*H,*U,*Ü,*K]
  • – L. Kákosy, Magische Stele, in: E. Feucht, Vom Nil zum Neckar, Berlin/Heidelberg 1986, 104, Nr. 235 [F,K, Zeichnungen der Inschriften]
  • – J.F. Quack, Magische Stele, in: S. Albersmeier, Ägyptische Kunst. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Karlsruhe/München 2007, 48-50 [P,Ü,K]
  • – S. Köpstein, Das Abklatscharchiv beim Wörterbuch der ägyptischen Sprache. Teil 2 (Mitteilungen aus der Arbeit am Wörterbuch der ägyptischen Sprache 5), Berlin 1996 [13-59: Biographie Reinhardt].
  • – W. Gutekunst, Textgeschichtliche Studien zum Verjüngungsspruch (Text B) auf Horusstelen und Heilstatuen (Diss. Göttingen 1992), Trier 1995, 346 [K]
  • – H. Sternberg-El Hotabi, Untersuchungen zur Überlieferungsgeschichte der Horusstelen. Ägyptologische Abhandlungen 62, Wiesbaden 1999, Bd. 1, 110; Bd. 2, 45 [K, zur Datierung]


File protocol

  • – Joachim F. Quack: Transkription und Übersetzung, 2018
  • – Peter Dils: Texteingabe mit Lemmatisierung und Grammatikkodierung gemäß Transkription und Übersetzung von J.F. Quack; Hieroglyphenkodierung auf der Grundlage der Photos bei Quack, März 2020; Metadaten 08 Sept. 2022


Author(s): Joachim Friedrich Quack; with contributions by: Lutz Popko, Peter Dils
Data file created: 03/23/2020, latest revision: 10/11/2023
Editorial state: Verified

Please cite as:

(Full citation)
Joachim Friedrich Quack, with contributions by Lutz Popko, Peter Dils, "Horusstele Karlsruhe H 1049" (Object ID VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA>, in: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Corpus issue 18, Web app version 2.1.3, 5/16/2023, ed. by Tonio Sebastian Richter & Daniel A. Werning on behalf of the Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften and Hans-Werner Fischer-Elfert & Peter Dils on behalf of the Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (accessed: xx.xx.20xx)
(Short citation)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/VH6HYXYUUFGSXKALWIFCW6MYAA, in: Thesaurus Linguae Aegyptiae (accessed: xx.xx.20xx)