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fy-tjꜥm: Sauneron, Ophiologie, 152-153 mit Anm. 8 vermutet in dem Namensbestandteil tj eine Schreibung von tꜣ-n.t: „die von“, koptisch ⲧⲁ- (und demotisch ta). In ꜥm vermutet er ferner das Wort ꜥꜣm: „Asiat“ und interpretiert den zweiten Bestandteil der Schlangenbezeichnung daher als „celle-des-gens d’Asie“. Es liegt ihm zufolge eine feminine Tierbezeichnung vor, deren maskulines Gegenstück die kꜣ-n-ꜥm-Schlange von Brk § 18 sei. Beide Schlangen identifiziert er vorschlagsweise als Persische Trughornviper (Vipera persica fieldi bzw. Pseudocerastes persicus). Seiner Interpretation zur Wortbildung wird im Wesentlichen gefolgt. Bezüglich der Identifizierung sieht jedoch Leitz, Schlangennamen, 103-115 größere Ähnlichkeiten mit der Sandotter (Vipera ammodytes), während Mahlich, in: GM 263, 2021, 110-112 zu Saunerons Vorschlägen zurückkehrt und Pseudocerastes fieldi vorschlägt (Synonym zu Saunerons Vorschlägen, s. http://reptile-database.reptarium.cz/species?genus=Pseudocerastes&species=persicus, Zugriff 07.03.2023). Dagegen trennt Brix, Faune ophidienne, Bd. 2, 516-527 und 562-572 beide Schlangenbezeichnungen und vermutet in der fy-tjꜥm die Avicennaviper (Cerastes vipera) und nur in kꜣ-n-ꜥm die Persische Trughornviper. Bei Letzterer hält sie es sogar für denkbar, dass der Namensbestandteil ꜥm sich gar nicht auf den „Asiaten“ bezieht (den sie a.a.O. gar nicht diskutiert), sondern vielleicht auf die Ortsbezeichnung ꜥmw, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/860632, oder dass nꜥm ein Fremdwort sein könnte.
Tatsächlich sind bezüglich Saunerons Erklärung des Namens Zweifel angebracht. So fällt auf, dass weder fy-tjꜥm noch kꜣ-n-ꜥm mit dem für ꜥꜣm typischen Schlagstock geschrieben ist. Außerdem ist der Name der ersteren Schlange in jedem Falle maskulin, wie nicht nur der syntaktische Kopf des Kompositums, fy, anzeigt, sondern auch das auf diesen Namen rückverweisende Personalpronomen =f. Dies erkennt auch Sauneron an; seine Erklärung, dass sich das Pronomen eben auf fy bezöge, widerspricht aber seiner Idee, der Schlangenname meine den weiblichen Vertreter – angezeigt durch das anschließende tj- = tꜣ-n.t – einer Schlangenart. (Nicht überzeugen kann auch Mahlich, in: GM 263, 2021, 111, Anm. 12, die diesem =f mit Verweis auf Junge, Näg. Gr., 54 eine neutrische Qualität zuspricht oder es auf das implizit an dieser Stelle zu denkende Wort ḥfꜣ.w beziehen möchte. In den anderen Paragraphen kongruiert das Pronomen immer mit dem grammatischen Geschlecht des Schlangennamens.) Das heißt, es ist zwar nicht auszuschließen, dass – vielleicht nur rein zufällig – die Ägypter eine Schlangenart mit auffälligem Geschlechtsdimorphismus für zwei verschiedene Arten gehalten und ihnen verschiedene Namen gegeben haben könnten, so dass fy-tjꜥm natürlich auch nur ein Geschlecht (wie auch ein bestimmtes Lebensstadium o.a.) einer Schlangenart bezeichnen könnte. Aber es mutet merkwürdig an, dass sie einerseits den weiblichen Vertreter einer Art eben als konkret weibliche Variante – tꜣ-n.t-ꜥ(ꜣ)m – erkannt haben sollten, ihr am Ende aber doch einen Namen im generischen, d.h. beide Geschlechter umfassenden, Maskulinum (fy-...) gegeben haben sollten.
Möchte man den Namen der fy-tjꜥm-Schlange erklären, so wäre unter Umständen auch die jꜥm-Pflanze aus den medizinischen Texten zu berücksichtigen (https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/169940), vgl. Westendorf, in: Fs Winter, 265-267, der einen Zusammenhang im Benennungsmotiv zwischen der qꜣdj-Schlange und der qꜣd.t-Pflanze für möglich hält. Wie in Letzterem Fall bliebe auch in Ersterem das Tertium comparationis, wie bspw. ein gemeinsamer Lebensraum o.ä., noch ungeklärt.
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Bitte zitieren als:
(Vollzitation)Frank Feder, unter Mitarbeit von Altägyptisches Wörterbuch, Lutz Popko, Svenja Damm, Peter Dils, Daniel A. Werning, Token ID QSMA5TOLLRDEXDXPEWLAI3Q7QY <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/QSMA5TOLLRDEXDXPEWLAI3Q7QY>, in: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Korpus-Ausgabe 19, Web-App-Version 2.2.0, 5.11.2024, hrsg. von Tonio Sebastian Richter & Daniel A. Werning im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Hans-Werner Fischer-Elfert & Peter Dils im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Zugriff am: xx.xx.20xx)(Kurzzitation)
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