Identifiant d’unité ICQDN5QCM7njYEe5vBsrJhDBJXU
Häcksel vom sw.t-Wildweizen für/von … (?),
ein Mann, der noch nicht gegangen ist,
Milch einer Erstgebärenden (oder: Mutterkuh (?)) am Tag des Gebärens.
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mrjt: Ein unklares Wort, der Schreibung zufolge wohl ein Fremdwort. Fischer-Elfert, in: Fs Blumenthal, 85, Anm. c überlegt, ob es mit dem ugaritischen mal’atu: „(Tag) des Vollmondes“ zusammenhängen könnte.
z bw šmi̯.ṱ=f: An den anderen Stellen im Text steht z bw šmi̯{.t}.n=f. Fischer-Elfert, in: Fs Blumenthal, 85, Anm. d vermutet in Ersterem die Entsprechung eines mittelägyptischen n šmi̯.t=f: „ein Mann, bevor er gehen kann“ oder „ein Mann, bevor er wieder gehen kann“. Allerdings weist er auch mit Referenz auf Westendorf, Grammatik, §§ 244 und 269cc auf einen gelegentlichen Wechsel von sḏm.t=f und sḏm.n=f nach der Negation n in den medizinischen Texten hin und stellt damit infrage, dass es überhaupt eine „grundlegende Bedeutungsdifferenzierung“ zwischen den beiden Schreibungen auf oDeM 1059 gibt. Dessen ungeachtet versucht er dem in der Übersetzung Rechnung zu tragen, indem er die Verbindung in rto 6 mit „Ein Mann/Patient kann nicht gehen / der noch nicht gegangen ist“ und an den übrigen Stellen mit „ein Patient, der nicht gehen kann“.
Fraglich ist indessen nicht nur die genaue grammatische Konstruktion und damit temporale Nuance, sondern ob überhaupt eine Personenbezeichnung vorliegt. Zunächst scheint eine winzige graphische Besonderheit dies zu bestätigen: Außer in rto 6 steht dort, wo das Ende dieser Phrase erhalten ist, ein winziger Haken hinter dem =f bzw. unter dem n, den Posener stets mit einem „sic“ versehen hat. Sollte dieser Haken als ein ganz klein geschriebener sitzender Mann zu interpretieren sein? Dann läge an dieser Stelle tatsächlich eine Personenbezeichnung und sogar ein Kompositum vor. (Derselbe Haken steht übrigens auch hinter dem nicht übersetzbaren Fremdwort(?) mrjt). Jedoch steht keiner dieser Männer, die nicht gehen können, an einer Stelle, an der semantisch oder syntaktisch eine Personenbezeichnung zu erwarten ist, ewa als Agens oder Patiens einer Handlung. Vielmehr scheint die Phrase an mehreren Stellen zwischen Produktnamen zu stehen: hier zwischen Weizenhäcksel und Milch, in rto 8 vor Huf und Fett eines Schweins und(?) einer Gans, in rto 11 nach den „Augenbrauen eines Mädchens“, ebenso in vso 5, wo dem noch Blütenrispen des Schilfrohrs u.a. folgen. Die Stelle in vso 9-10 ist zu zerstört, um etwas Sicheres zu sagen. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass auch der „Mann, der nicht gehen kann“ eine Produktbezeichnung ist, vielleicht ein Deckname oder auch ein – nur für uns die Bedeutung verbergend erscheinender – Trivialname für eine Pflanze oder einen Pflanzenbestandteil. Man denke hier nur beispielhaft an die menschenähnlich aussehende Wurzel der Alraune/Mandragora. Das Fehlen eines Pflanzenklassifikators wäre verwunderlich, ist aber nicht einzigartig: Letzteres fehlt auch bei der twt-Stẖ-Pflanze, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/861726 (vgl. das parallel gebildete und eindeutig als Pflanze klassifizierte twt-Ḥr.w, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/861725) sowie bei den vermutlichen Pflanzenbezeichnungen pḫ⸮.t?-jꜥꜣ, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/852310, msḏr-jꜥꜣ, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/875729, und ḥnn-jꜥꜣ, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/866966. Die twn-Pflanze, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/170310, wird in pBerlin P 3038 ohne Pflanzenklassifikator geschrieben, und bei der bislang nur zweimal belegten dr-nkn-Pflanze, https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/180200, fehlt der Pflanzenklassifikator im Beleg des pHearst.
bkꜣ.t: Zunächst scheint hier ein Substantiv vorzuliegen, das üblicherweise als „Schwangere“ verstanden wird. Selbstverständlich könnte in diesem Fall nur das Kolostrum, die Erstmilch, gemeint sein. Fischer-Elfert, in: Fs Blumenthal, 82 sowie 85-87, Anm. e vermutet jedoch, dass bkꜣ.t hier gar nicht die „Schwangere“ meint, sondern eine „Erstgebärende“, und verweist dafür auf semitisches bukru (u.ä.): „erstgeboren“. P. Dils (mdl. Mitteilung) schlägt als weitere Alternative vor, das hiesige Wort als Schreibung für die „Mutterkuh“ aufzufassen.
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(Citation complète)Lutz Popko, avec des contributions de Samuel Huster, Identifiant d’unité ICQDN5QCM7njYEe5vBsrJhDBJXU <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/ICQDN5QCM7njYEe5vBsrJhDBJXU>, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/ICQDN5QCM7njYEe5vBsrJhDBJXU, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)
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