Statue der Isis (Göttingen)(Identifiant d’objet DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44)


Identifiant permanent: DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44
URL permanente: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44


Type de données: Objet


Type d’objet: Statue / Figur


Matériaux: Kalkstein

Dimensions (H×L(×D)): 11.5 × 3.5 × 3.5 cm



Lieu actuel

  • Sammlung des Archäologischen Instituts der Universität
    Numéro(s) d’inventaire: 3
    Se trouve à cet endroit: Oui
    Commentaire sur ce lieu:
    Seit 1862 im Besitz des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen, zuvor in der Mineralogischen Sammung der Universität (Karig in: ZÄS 87, 1962, 54).


Datation: 26. Dynastie  –  Ptolemäerzeit

Commentaire sur la datation:

  • Die Datierung beruht auf stilistischen, bildtypologischen, textgeschichtlichen und orthographischen Kriterien, die kein einheitliches Bild vermitteln. Laut von Bissing stammt das Objekt wegen der „naturalistischen rundlichen Körperformen“ aus „der ersten Ptolemäerzeit“ (Bissing 1934, 145). Karig akzeptiert die Datierung von von Bissing als „frühe Ptolemäerzeit“ (Karig 1962, 56). Er verweist auf die plastischen Ausarbeitungen der Körper der Isis, des Horuskindes und der Reliefdarstellung des Horuskindes auf dem Krokodil, die für eine ptolemäische Datierung sprechen (Karig 1962, 56 und 57). Für die Kombination von Isisstatue mit dem Horusstelenmotiv nennt er als Vergleichsstück die Kalksteinstatuette Kairo CG 39304 aus Sais, welche Daressy als „travail grossier d’époque ptolémaïque“ beschreibt (Daressy 1906, 327; Karig 1962, 57). Die Kalksteinstatuette aus Sais stellt Isis lactans dar; es befinden sich Hathorköpfe auf den Seiten des Thrones sowie eine Horusstele auf der Rückseite. Nach Meinung von Karig passen außerdem auch die hieroglyphische Zeichenwahl sowie die Orthographie als chronologische Indizien für eine Datierung in die Ptolemäerzeit (Karig 1962, 59). Gutekunst übernimmt die Datierung „Ptolemäisch“ von Karig. Er weist jedoch auf textgeschichtliche (einige Formulierungen des Horusstelenspruchs B könnten vielleicht auf die Textversion Kf-D der texttypologischen Mittelphase zurückgehen, d.h. auf die 26.-28. Dynastie) und orthographische Besonderheiten (die Schreibung des Namens Orisis) hin, die eine Abschrift einer älteren Vorlage vermuten lassen könnten (Gutekunst 1995, 317-318). Laut Sternberg-El Hotabi (1999, I, 98, Anm. 42) weisen gerade die von Gutekunst beobachtete textgeschichtliche Version von Spruch B sowie die Orthographie des Namens Osiris auf die Saitenzeit hin. Sie datiert daher das Stück in ihre typologische Mittelphase, d.h. 26.-29. Dynastie (1999, II, 102), wobei die Kombination einer Götterstatue mit Horusstele für sie eine Innovation der Saitenzeit darstellt. Dass das Horuskind seitwärts schreitet, ist laut Sternberg-El Hotabi nur für die Zeit vor der 30. Dynastie belegt. Vielleicht ist die Verwendung der hieroglyphischen Form Aa13 statt Aa15 ein Indiz für eine präptolemäische Datierung.


Description

  • Thronende Isis lactans. Die Göttin trägt eine dreiteilige Perücke. Ein kleiner Aufsatz mit Durchbohrung auf dem Kopf musste eine separate Krone aufnehmen. Der Oberkörper und die Füße des gestillten Horuskindes fehlen, ebenso der linke Arm der Göttin (antike Beschädigungen?). Das Horuskind hält einen Krummstab in der rechten Hand, die linke Hand fehlt. Die Steinoberfläche ist sorgfältig geglättet, die Figuren gut ausgearbeitet. Auf der Rückseite des Blockthrones findet sich eine einfach gehaltene Darstellung des seitwärts schreitenden, nackten Kindes, das auf einem einzigen Krokodil steht und gefährliche Tiere in den Händen hält. Über dem Kind ist ein Beskopf. Auf den beiden Seiten des Thrones sind je 5 Zeilen mit Hieroglyphen eingraviert. Jede Zeile ist 3 cm lang und 6,5 mm hoch. Die Inschrift fängt auf der rechten Thronseite (Objektperspektive) an und endet auf der linken Thronseite.


Propriétaire: Gott


Bibliographie

  • – J.S. Karig, Die Göttinger Isisstatuette, in: ZÄS 87, 1962, 54-59 und Taf. IV [P,U,Ü,K]
  • – M. Borla, in: E.A. Aslan (ed.), Iside. Il mito, il mistero, la magia, Mailand 1997, 221 (Nr. IV.201) [*P]
  • – PM VIII/2, 1085 (Nr. 802-059-120) [B]
  • – F.W. von Bissing, Eine Stele des Horos auf den Krokodilen aus einer Aedicula konstantinischer Zeit, in: Egyptian Religion 2, 1934, 140-147 (hier: 144-145, mit 4 kleinen Fotos zwischen S. 142 und 143) [P,K]
  • – W. Gutekunst, Textgeschichtliche Studien zum Verjüngungsspruch (Text B) auf Horusstelen und Heilstatuen, Diss., Trier 1995, 75, 310, 317-318, 369 [K]
  • – L. Kákosy, Some problems of the magical healing statues, in: A. Roccati und A. Siliotti (Hrsg.), La magia in Egitto ai tempi dei faraoni, Milano 1987, 174 (nur Nennung im Inventar der Heilstatuen)
  • – J.F. Quack, Eine magische Stele aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe (Inv. H 1049) (Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Nr. 58), Heidelberg 2018, 32 [K]
  • – H. Sternberg-El Hotabi, Untersuchungen zur Überlieferungsgeschichte der Horusstelen (Ägyptologische Abhandlungen 62), Wiesbaden 1999. Teil I: Textband, 98; Teil II: Materialsammlung, 102 [K]
  • – M. Wagner, Der Sarkophag der Gottesgemahlin Anchnesneferibre (Studien zur spätägyptischen Religion 16), Wiesbaden 2016, 77 [U,Ü,K]


Protocole de fichier

  • Peter Dils, 5. September 2023, Erstaufnahme


Auteur(s): Peter Dils
Fichier de données créé: 05.09.2023, dernière révision: 15.02.2024

Citer en tant que:

(Citation complète)
Peter Dils, "Statue der Isis (Göttingen)" (Identifiant d’objet DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44>, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)
(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/object/DJYUFGU55RG6HMZR6XERBLLK44, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)